Was passiert in dir, wenn du Neid empfindest?

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Der böse böse Neid...was hat die/der, was ich nicht hab? Ein Spiel dass uns allen bekannt ist.

Doch was passiert eigentlich in uns, wenn wir Neid empfinden?

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Neid zu fühlen, bedeutet den Anderen aus der Perspektive des eigenen, inneren Mangels zu betrachten. Was mir fehlt, hat der Andere dann zu viel. Dann gönne ich ihm/ihr nicht, dass es ihm/ihr gut geht...denn ich fühle mich klein, während er/sie groß ist. Gleichzeitig spürt die Person, auf die ich neidisch bin, dass ihr Strahlen gerade nicht sein darf, weil er/sie mich damit ja triggert. Man glaubt dann man sei zu viel und versteckt vielleicht das innere Strahlen um damit andere nicht zu verletzen. Ich kenne beide Seiten sehr gut.

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Kürzlich durfte ich das mit einer engen Freundin erfahren. Sie meldete sich bei mir und hatte den Mut, endlich auszusprechen, was sie wahrnimmt und was da in unserem Beziehungsfeld immer so komisch mitschwingt. Gemeinsam fanden wir heraus: Wir empfinden oft Neid, wenn die andere strahlt und in ihrer Kraft ist. Und dann sprechen wir das aber nicht aus...weil Neid ist so ziemlich die "böseste" aller Empfindungen, die mit viel Scham einher geht. Weil natüüüürlich gönnt man der Freundin den Erfolg. Was für ein Arschloch wäre ich, wenn ich meiner Freundin nicht gönnen würde, dass es grad super bei ihr läuft?! ...Nur kannst du das nicht spüren in dem Moment. Du weisst theoretisch, dass da die Liebe und der Wohlwollen für die andere da ist...Aber auf diese Ebene kommst du nicht hin, wenn du gerade in deinem Mangelgefühl drin steckst.

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Als wir uns dazu entschieden haben, den Neid da sein zu lassen und auszusprechen wenn er wieder kommt und die Scham damit zu entkoppeln, ging total viel auf bei uns. Unser Beziehungsfeld war von der Last des mitschwingenden, "komischen Gefühls" befreit. Denn das was eigentlich belastet, ist das Unausgesprochene... das Unterdrückte. Und dann garnicht mehr so sehr die Emotion an sich.

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Und jetzt? Spannend was sich seitdem getan hat. Wir sind beide in unserer Kraft und die Dynamik hat sich verändert. Früher war es oft so, dass die eine ein absolutes High hatte und die andere gleichzeitig das Low. Nun können wir es nicht nur aushalten, beide miteinander in unserer Kraft zu sein, wir bestärken uns auch darin und jede dient der anderen fast schon wie ein Katalysator. Weil klar wird...dass der Mangel...in uns stattfindet (sollte der Neid auftauchen) und nichts mit der anderen zu tun hat. Und wenn sie was triggert bei mir, sprech Ichs aus und wir lachen meist darüber.

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So simpel.

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Und doch so schwer, gerade für uns Frauen. Wir tun oft so, als wäre alles "Schwester hier Schwester da" und gleichzeitig haben wir Angst, dass die eine der anderen was weg nimmt. Wenn wir uns eingestehen, dass dieses Gefühl aus unserem inneren Mangel stammt...und die andere kein persönliches Vendetta gegen uns geplant hat, können wir uns dem widmen, was eigentlich dran ist. Uns in Liebe zuzuwenden. Und plötzlich tut sich etwas...dann geht etwas auf. Dann kann was heilen.

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Lasst uns ehrlicher miteinander sein und uns auch eingestehen, dass wir uns manchmal tierisch triggern...ich spreche jetzt besonders die Frauen in meinem Leben an. Da ich glaube, dass wir alle diesen Konkurrenz-Scheiss satt haben, aber wir die Tatsache, dass das auch in uns selbst steckt, zuerst einmal anerkennen und annehmen lernen dürfen. Und das passiert am Besten durch offene und ehrliche, Kommunikation. Nur so kann sich etwas wandeln. And then...we become able to rise and shine together ❤

 

In Liebe, Katharina Löwenherz